Landkreis Schwäbisch Hall

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Ich hör' dann mal auf!

Viele Anrufer hatten es schon probiert. Wie sie doch noch von der Zigarette loskommen können, dazu gaben Dr. Hubertus Friederich (Uniklinik Tübingen) und Dipl.-Psychologin Martina Schröter (Sindelfingen) Tipps.

Iris Humpenöder, Haller Tagblatt vom 23.01.10

Nichtraucherkurs, Nikotinkaugummis, Akupunktur. Nichts hat geholfen. Wie könnte ich es schaffen doch noch Nichtraucher zu werden?
Es ist gut, dass Sie nicht aufgeben, aber Sie sind so abhängig, dass Sie Unterstützung brauchen. Fragen Sie Ihren Arzt nach einem Medikament mit dem Wirkstoff Vareniclin. Er setzt an den Nikotin-Rezeptoren im Gehirn an. Hauptnebenwirkung ist Übelkeit. Studien zufolge sind nach einem Jahr 30 bis 40 Prozent durch diese Therapie rauchfrei.

Wenn ich aufhören will, wie gehe ich da am besten vor?
Zunächst sollten Sie durch einen Selbsttest ermitteln, wie abhängig Sie sind. Davon hängt die Therapie ab. Grundsätzlich können Sie spontan aufhören, eine Verhaltenstherapie im Rahmen eines Gruppenkurses machen oder Medikamente wie Nikotinersatz oder Vareniclin nehmen. Erfolgreich ist oft die Kombination von Gruppenkurs und medikamentöser Unterstützung.

Seit Jahresbeginn rauche ich nicht mehr. Das fällt mir vor allem abends schwer. Zum Wein hätte ich einfach gern eine Zigarette. Was tun?
Durch Alkoholgenuss sinkt die Hemmschwelle. Meiden Sie daher besonders in den ersten Wochen Situationen mit vermehrtem Alkoholkonsum. Machen Sie sich klar: Sie stellen gerade Ihr Leben um. Vielleicht ist es ja Zeit etwas Neues anzufangen? Stellen Sie ihr Wohnzimmer um, gehen Sie spazieren, kochen Sie für Freunde. Für schwierige Situationen können Sie sich Nikotinkaugummis bereit legen.

Wenn ich mit dem Rauchen aufhöre, nehme ich dann zu?
Nichtrauchen an sich macht nicht dick. Heißhunger kann aber ein Entzugssymptom sein. Versuchen Sie, durch mehr Bewegung ihren Energiebedarf hochzufahren und essen Sie bewusster, achten Sie auf Qualität. Denn Sie schmecken das Essen ja jetzt auch intensiver.

Seit neun Monaten rauche ich nicht mehr, brauche aber immer noch 8 bis 20 Nikotinkaugummis am Tag. Wie komme ich davon weg?
Glückwunsch! Sie rauchen nicht mehr und haben damit einen riesigen Gesundheitsvorteil. Nikotin selbst ist kein schlimmer Stoff, davon wird etwa ihr Krebsrisiko nicht erhöht. Machen Sie sich also keine Sorgen, wenn Sie weiterhin Kaugummis brauchen. Versuchen Sie, diese Tag um Tag zu reduzieren.

Welche Nikotinpflaster sind die richtigen und wie wende ich sie an?
Das hängt von der Anzahl der gerauchten Zigaretten ab. Rauchen Sie mehr als 20 Zigaretten am Tag, sollten Sie auf jeden Fall mit dem stärksten Pflaster beginnen. Der häufigste Anwendungsfehler ist tatsächlich, dass das Pflaster zu niedrig dosiert wird und zu schnell weggelassen wird. Reden Sie mit Ihrem Hausarzt oder Apotheker darüber.

 

Info:
Bei Suchtberatungsstellen bekommen Sie Hilfe, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören möchten. Dort können auch Informationsmaterialien angefordert werden.

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