Landkreis Schwäbisch Hall

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„Hart am Limit – HaLT“

Der Alkoholkonsum in der Gesamtbevölkerung ging in den letzten Jahren kontinuierlich zurück. Bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gibt es jedoch Entwicklungen, die öffentliches Aufsehen erregen. Das Rauschtrinken, insbesondere bei Jugendlichen, ist verstärkt in den Blickpunkt geraten, weil die Krankenhauseinlieferungen junger Menschen (vor allem in der Altersgruppe der 13- bis 19-Jährigen) wegen Alkoholintoxikationen auch im Landkreis in den letzten Jahren stetig anstieg.

Im Landkreis sollen mit der Einführung des Projektes „Hart am Limit – HaLT“ verschiedene Elemente der Prävention des Alkoholkonsums zusammengeführt werden und die Zusammenarbeit verschiedener Präventionspartner gezielt ausgebaut werden.

Das Bundesmodellprojekt HaLT der Villa Schöpflin, Lörrach, kombiniert verhaltens- und verhältnispräventive Ansätze. Einzelne Elemente wurden im Landkreis bereits 2005 umgesetzt. Die Prognos AG hat das Modellprojekt wissenschaftlich begleitet und bewertet HaLT als effektiven und effizienten Präventionsansatz, der die europäischen Standards erfüllt und sich zur breiten Umsetzung eignet.

Zielsetzungen

Die Ziele von HaLT sind,

  • kommunale Konzepte zur Reduzierung alkoholbedingter Schädigungen zu implementieren bzw. auszubauen.
  • Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsum (besonders mit schwerer Alkoholintoxikation im Krankenhaus) systematisch zu erreichen,
  • bei den Betroffenen Reflexion und Risikokompetenz zu fördern (Einzelberatung, Gruppenangebot) und bei Bedarf weitergehende Hilfen einzuleiten.

Doppelstrategie mit HaLT-proaktiv und HaLT-reaktiv

HaLT ist eine Kombination von HaLT-proaktiv (kommunal verankerte Strategie zur Alkoholprävention / universelle Prävention) und HaLT-reaktiv (indizierte Prävention).

- Eine Kombination verhaltens- u. verhältnispräventiver Maßnahmen erhöht die Wirksamkeit. Die beiden Bausteine legitimieren und verstärken sich gegenseitig.

- Der Verweis auf z.T. lebensbedrohliche Alkoholvergiftungen verdeutlicht das Problem, ohne Alkohol allgemein zu verteufeln.

- Die Kombination von HaLT-reaktiv mit HaLT-proaktiv verhindert die Reduktion der Problematik auf ein individuelles, rein jugendspezifisches Problemverhalten.

- Riskanter Alkoholkonsum kann durch HaLT-reaktiv allein nicht beeinflusst werden.

Der proaktive Baustein setzt auf einen kommunalen Ansatz um die Häufigkeit von risikoreichen Trinkgewohnheiten unter jungen Menschen durch strukturell verankerte Präventionsmaßnahmen zu verringern (Einhaltung des Jugendschutzgesetzes und die Aufmerksamkeit des sozialen Umfelds: »Halt sagen, Halt geben«).

Damit werden Erwachsene in einer Multiplikatorenfunktion – neben den Jugendlichen – zur Zielgruppe der Prävention: in Ordnungsämtern und Festkomitees, in Jugendkneipen und Diskos, im Einzelhandel, bei Schulfeten und Klassenfahrten. Verbunden mit einem erschwerten Zugang zu Alkohol hat eine gemeinsam getragene Strategie einen pädagogischen Effekt, z.B.

  • wenn das Verkaufspersonal an Festen systematisch auf Alkoholkonsum verzichtet
  • wenn Schulfeten ohne Spirituosen – pur oder gemixt – organisiert werden
  • wenn Jugendliche in jedem Geschäft nach ihrem Ausweis gefragt werden.

Ansprechpartner für den proaktiven Baustein ist der Jugendschutzbeauftragte des Landkreises und Referent für Jugendarbeit Dietmar Winter.

Der reaktive Baustein mit einem individuellen Ansatz zielt darauf ab, Kinder und Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsum, insbesondere im Zusammenhang mit schweren Alkoholintoxikationen, frühzeitig mit einem niederschwelligen Angebot (Frühintervention) zur Reflexion ihres Alkoholkonsums zu motivieren.

Das beinhaltet mit dem Kurs A(Risikocheck) der Jugend-Sucht-Beratungsstelle ein Angebot für Kinder und Jugendliche, das sie dabei unterstützt, den eigenen Konsum zu reflektieren und zu verändern, sowie eine Beratung und Begleitung für Eltern.

Als Elemente des reaktiven Bausteines werden Brückengespräch, Elterngespräch, Risikocheck sowie ein Interventionsabschluss (inkl. Einleitung weiterer Hilfen bei Bedarf) angeboten. Sie werden von Fachkräften durchgeführt.

Verantwortlicher für das Gesamtkonzept und Ansprechpartner für den reaktiven Baustein ist der Leiter der Jugend-Sucht-Beratungsstelle und Suchtbeauftragte des Landkreises Herbert Obermann.

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Weitere Informationen

Kontakt

Landratsamt Schwäbisch Hall
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Gelbinger Gasse 20
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Tel: 0791 755-7921
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